Schulden und Vermögen in Deutschland

(Stand: 2011, genutzte Daten: Staatsverschuldung: 1,7 Billionen €, Startzuwachs: 2279 €/ Sekunde, Bevölkerung: 81,8 Mio fix;
Offizielle Werte Volksvermögen von 2010, 4,88 Billionen Bruttogeldvermögen( und 8 Billionen in Sachwerten), 4,7% zu 2009 als Wachstumsvariable für 2011 übernommen) .

(Siehe auch Schuldenuhr Bund der Steuerzahler)

Schuldenuhr:

Vermögensuhr:

in EUR
in EUR
Schulden/ Kopf in Euro
Euro/ Kopf

Aktueller Zuwachs/ Sekunde in Euro

Aktueller Zuwachs/ Sekunde in Euro

Der DGB rechnet mit einem Nettovermögen in Höhe von 7,23 Billionen:(Daten aus einer DIW Studie ) Dieser Wert setzt sich zusammen aus: Immobilien- und Betriebsvermögen sowie das Geldvermögen ohne Versicherungsguthaben, abzüglich der Wohnungsbaukredite und der gewerblichen Kredite. Das Gesammtnetto- also zuzüglich Versicherungsguthaben, Pensionsrückstellungen und Haushaltsgebrauchsvermögen abzüglich Kredite beträgt 9,7 Billionen.


(Foto DGB-Dach Frankfurt 2011)

Selbst mit den offiziellen 4,8 Billionen tickt die Vermögensuhr viel schneller als die Schuldenuhr, der Reichtum abzüglich der Staatsschulden wächst kontinuierlich.
Prinzipiel sind alle Werte grobe Näherungen da solche Uhren immer nur für das vergangene Jahr 100% richtig sein können, die Zukunft aber ungewiss ist:
Volksvermögen ist auch schwer zu erfassen da so einiges hinterzogen wird, also sind die offiziellen Zahlen viel zu niedrig, es ist schwer vorhersehbar, wie stark das Vermögen wächst, hier kann man nur vom Vorjahr ausgehen. Auch die aktuelle Staatsverschuldung ist nicht 100% korrekt denn man geht vom Schuldenstand am Ende des letzten Jahres aus, schätzt die Neuverschuldung des laufenden Jahres und errechnen daraus, wie hoch der Schuldenstand in dieser Sekunde ist- zB schätzte die Bundesregierung das gesamtstaatliche Defizit 2009 noch im August 2009 mit 126 Mrd. EUR, am Ende waren es dann 79 Mrd. EUR.
Hier gehts zur Vermögens+Schuldenuhr 2012

Die Entwicklung der privaten Vermögen und die Staatsverschuldung zwischen 1995-2008

Das Netto Geldvermögen wuchs zwischen 1995 und 2008 von 1780 Mio. Euro auf 3600 Mio., ein Zuwachs von 102,24 Prozent. Das Netto Grundvermögen betrug 1995 2850 Mio. Euro und stieg bis 2008 auf 4600 Mio. Euro, immerhin ein Zuwachs von +61,40 Prozent. Insgesamt wuchsen also die Vermögen im Zeitraum von nur 13 Jahren um 8200 Milliarden Euro (1979: 740 Mrd.), ein sattes Plus von +80,59 Prozent, während die Staatsschulden von 998 Mio. Euro auf 1641 Mio. Euro stiegen, auch immerhin ein satter Anstieg um +64,43 Prozent. Das Zahlenmaterial stammt aus: Basel Institute of Commons and Economics, Deutsche Bundesbank, DIW-Immobilien, Statistisches Bundesamt, Allianz Versicherung. Ausserdem:
Der Anteil, den Firmen und Wohlhabende am Gesamtsteueraufkommen haben, ist von 37% im Jahr 1950 auf 16% im Jahr 2009 gesunken. Kein Wunder das die Schulden steigen.






Für die Interessierten hier noch einiges zur Lohnentwicklung und ihren Folgen.

Die Lohnentwicklung 1991-2009 in %
Von 2000 bis 2009 sind die Nettolöhne in Deutschland laut einer Studie durchschnittlich um 4,5 Prozent gesunken. Dies ist einer der niedrigsten Werte weltweit(Global Wage Report 2010 / 2011)
Deutschland ist überall vorne dabei, egal ob Wirtschaftswachstum, Reichtum, Kinderarmut oder Lohndrückerei...
Spitzenlöhne und Boni sind natürlich tüchtig gestiegen.
Z.B. erhöhten sich die Löhne in den Tieflohnsegmenten von 2004 - 2007 um magere 6.6 Prozent, die Managersaläre hingegen um 14.2 Prozent. Unter Ausklammerung des Finanzsektors stiegen die Managerlöhne um über 30 Prozent; Gehälter deutscher Topmanager nahmen von 2003 bis 2006 um über 50% zu. Es scheint, das Löhne umso stärker zunehmen je höher sie sind und die niedrigen Inflationsbereinigt sogar fallen.

Durchschnittslöhne 1991-2010 in Euro

Die Lohnentwicklung:


Zwischen 2000 und 2009 sind die realen Löhne und Gehälter in Deutschland laut ILO( Internationalen Arbeitsorganisation) um 4,5 Prozent gesunken, Geringverdiener hatten sogar bis zu 22% Lohneinbußen; offensichtlich gilt noch immer die alte biblische Wahrheit frei nach Mattheus: Wer hat dem wird gegeben und wer nichts hat dem wird genommen.
Deutschland hinke damit deutlich im internationalen Vergleich zurück und gehöre zu den Schlusslichtern im internationalen Vergleich. In Finnland und Norwegen etwa gab es im gleichen Zeitraum jeweils ein Plus von mehr als 20 Prozent. Grund für die Entwicklung in Deutschland sei neben moderaten Tarifabschlüssen die Zunahme von sogenannten atypischen Beschäftigungsformen wie Zeitarbeit oder Minijobs. Denn diese Arbeitnehmer bekämen in der Regel nur zwei Drittel der Stundenlöhne von Vollzeitbeschäftigten und hätten eine geringere Arbeitszeit. Deshalb seien hier die Monatsbezüge deutlich geringer. ILO-Experte Malte Lübker sprach zudem von einem "dramatischen Auseinanderklaffen von Löhnen und Produktivität". Ein unhaltbarer Zustand da in diesem Zeitraum die Wirtschaft boomte und das Volksvermögen immer mehr anwuchs. Von Jahr zu Jahr sinkt die Teilhabe der deutschen Arbeiter/Angestellten an dem gemeinsam erwirtschafteten Wohlstand., Vermögens/Selbstständigeneinkünfte steigen immer mehr, immer schneller während die Nettolöhne sinken- natürlich ist das Netto durch die Minderheit der Spitzenverdiener künstlich erhöht wobei man Spitzenverdiener nicht mit Spitzensteuersatzzahler gleichsetzen darf. Während früher der Wohlstand aller kontinuierlich stieg-Von 1900 bis 1980 hat sich die Kaufkraft (der Wohlstand) mindestens verfünffacht!- scheint es so ab 1980 nur noch abwärts zu gehen.

1% der Gesellschaft verfügt über knapp 50% des Kapitals! 10% der Gesellschaft besitzen über 60% des gesamten Volksvermögens! 60% der Bevölkerung in Deutschland besitzen kein oder nur sehr geringes Vermögen! (Aber zum Glück gibts ja Kredite leicht wie nie..)

Folgende Grafik veranschaulicht die Entwicklung der Nettovermögensverteilung 2002-2007 recht gut:

2007 hatten die reichsten 10% 61,1 %, die reichsten 1% 23% vom Nettovolksvermögen.
2011 dürfte das noch bedeutend höher sein da nichts auf eine Trendwende hindeutet.

Die Schere zwischen den Einkommen aus Löhnen einerseits sowie aus Gewinnen und Kapitalerträgen andererseits geht in Deutschland laut einer Studie der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung weiter auseinander (Bruttolöhne aus Erwerbsarbeit machten demnach 2010 im ersten Halbjahr 65,5 Prozent aus und damit 2,9 Prozentpunkte weniger als 2009), was nicht nur aus sozialen Gründen sehr gefährlich ist denn je mehr Geld sich konzentriert desto mehr schädliches Luftgeld wird generiert und desto mehr Geld wird dem System entzogen (Kaufkraftminderung; wenn einer 1 Milliarde besitzt behält er das meiste davon bzw. mehrt es an der Börse, besitzen 1 Milliarde Leute je 1 Euro wird alles ausgegeben, Geld muss fliessen,nicht gehortet werden.) Wie heisst es doch so schön: Geld ist wie Mist, schön auf dem Acker verteilt sichert es reiche Ernte, auf einem Haufen beginnt es zu stinken;)


Trotz glänzender wirtschaftlicher Entwicklung und hohem Volksvermögen steht Deutschland international mies da:

Internationale Lohnentwicklung (OECD)

Beschämend für so ein fortschrittliches wirtschaftliches Topland wie Deutschland wenn sogar der dauergeldruckende erzkonservativkapitalistische Essensmarkenstaat USA noch besser dasteht.

Nun ja, so manch deutscher Billiglöhner mag sogar den USA ihren lächerlich niedrigen Niedriglohn noch neiden; Friseusen Ost z:B. oder Putzkolonnenarbeiter die meist nur durch Schwarzarbeit "überleben".
Selbst Löhne unter 2 Euro kommen vor, eigentlich sittenwridig aber es wird nichts dagegen unternommen.
Mindestlohn ist nach neoliberaler Meinung Gift für die Wirtschaft- schliesslich haben die meisten Industrieländer einen Mindestlohn und sind vielleicht deshalb wirtschaftlich schlechter gestellt als Deutschland- auch wenn es deren Bevölkerung bessergeht aber "Arbeitsdrohnen" zählen wohl nicht sondern nur Wirtschafts + Vermögenswachstum an dem immer weniger teilhaben. - 21 von 27 europäischen Staaten haben Mindestlöhne, 46 Industrienationen( Wiki, Mindestlohnartikel) haben ihn (9 davon variabel, aber zumindest flächendeckend). Geschadet hat es wenig, schliesslich muss die Arbeit getan werden. Da hat höchstens die Gewinnmaximierung leicht gelitten aber nicht die Arbeitsplätze. Dabei gibt es inzwischen genug Studien, die zeigen, das Niedriglohn nicht mehr Arbeitsplätze schafft- sieht man gut in Deutschland, 7 Milllionen Arbeitslose- ohne Definitionstricks zur künstlichen Reduktion der Zahl wie zB das man ab 58 automatisch nicht arbeitslos sei- haben wir und verlieren kontinuierlich immer mehr steuereinbringende fairbezahlte Vollzeitstellen an den Niedriglohnsektor. Eine hohe Arbeitslosigkeit dürfte gewollt sein, vielleicht wurde sie sogar künstlich forciert denn je mehr Arbeitslose es gibt desto niedrigere Löhne sind möglich. Auch werden die Gewerkschaften dadurch geschwächt, beides gut für die Wirtschaft.
Interessant ist natürlich noch die Gegenüberstellung von Arbeitnehmerentgelten und Unternehmens/Vermögenseinkünften der letzten Jahrzehnte was folgende Grafik gut veranschaulicht:

Folgen der Umverteilung und Hilfsmittel derselbigen:


Niedriglohnsektor:

Der Niedriglohnsektor wächst immer schneller; immer mehr Vollzeitstellen werden in billige Zeitarbeit umgewandelt. Wie die ILO feststellt, gehört Deutschland neben Argentinien, Spanien, Polen und Südkorea zu den Ländern, in denen der Niedriglohnbereich am schnellsten gewachsen ist. Nach Untersuchungen des Instituts für Arbeit und Qualifikation (IAQ), waren 2008 18,4% aller Beschäftigten oder 6,55 Millionen Personen im Niedriglohnsektor angesiedelt(das ist ein Anstieg um 2,53 Millionen seid 1998): knapp 13% aller Vollzeitbeschäftigten, 25% der sozialversicherungspflichtigen Teilzeitbeschäftigten, fast 40% der befristet Beschäftigten und 86% der Minijobber (nach WSI, 12/2010, Seite 638). 2010 sind es schon 21% !
Im Zeitraum 1995 - 2008 betrug der Anstieg der Niedriglohnbezieher fast 50%!
Laut IAQ der Universität Duisburg-Essen gilt: „Gut ein Drittel der Geringverdiener arbeitet für Stundenlöhne unter sechs Euro brutto, 1,15 Millionen verdienten sogar weniger als fünf Euro“, so das Institut im Juli 2010. So niedrig bezahlt kaum ein anderes Land Arbeitnehmer, schlussfolgert das Institut.
Firmen verdienen gut an den staatlich subventionierten Billigkräften die wir alle finanzieren- immerhin bekommen sie staatliche Zuschüsse, da der Lohn nicht zum Leben reicht und sie verursachen Steuerausfälle da sie kaum verdienen- aber was geben sie an die Gesellschaft zurück? Schaffen sie inzwischen mehr Arbeitsplätze als früher? Zahlen sie mehr Steuern? Eher das Gegenteil. Ein schlechtes Geschäft wenn Sie mich fragen.

2010 betrugen die Aufstockerleistungen 11 Milliarden €, und das dürfte sich bei der derzeitigen Entwicklung noch stark steigern.
Eine Studie des IAB hat deutlich gemacht, dass hier niedrige Löhne eine wichtige Rolle spielen: Knapp 30% der westdeutschen und knapp 40% der ostdeutschen Aufstocker/innen verdienten weniger als 5 € brutto pro Stunde.
D.h. der Staat zahlt die Differenz, die zum Leben nötig ist und die Firmen kassieren ab, die Steuergelder werden den Firmen geschenkt!
Niedriglohn ist nicht durch Qualifikation begründbar denn:
Knapp drei Viertel der Niedriglöhner haben eine Berufsausbildung oder studiert. Nur ein gutes Viertel hat keine Ausbildung. Der Anteil von Beschäftigten mit abgeschlossener Berufsausbildung am Niedriglohnbereich ist zwischen 1995 und 2006 von 58,6 Prozent auf 67,5 Prozent deutlich gestiegen [Hans Böckler Stiftung].
Und selbst die Arbeit unqualifizierter ist mehr wert als aktuell, leisten sie doch auch ihren Teil zum Gemeinschaftsprojekt Arbeit. Zusammen wird etwas erwirtschaftet und deshalb sollten alle daran entsprechend Anteil haben und nicht nur die Führungsebene.

Einige Lohnbeispiele:

Einer Analyse des WSI-Tarifarchivs in der Hans-Böckler-Stiftung zufolge verdienen sächsische Friseure ein Entgelt von 3,06 Euro pro Stunde. In Mecklenburg-Vorpommern werde im Bereich Floristik 4,58 Euro pro Stunde bezahlt. Mit einem Tariflohn von 4,80 Euro gehört auch der Erwerbsgartenbau in Sachsen-Anhalt nicht zu den Branchen, in denen Spitzenlöhne gezahlt werden. Im privates Transport- und Verkehrsgewerbe (Speditionen) betrage der Tariflohn 5,12 Euro und Hotel- und Gaststättengewerbe NRW 5,34 Euro. Mit 5,25 Euro nimmt in Thüringen das Bäckerhandwerk schon etwas mehr mit nach Hause. Im Bewachungsgewerbe (Separatwachdienst) Schleswig-Holsteins wird den Angaben zufolge ein Tariflohn in Höhe von 5,69 Euro pro Stunde bezahlt.

- Richtig tolle Löhne, da habe ich als Schüler/Student in Aushilfsjobs im letzten Jahrtausend zu DM Zeiten bedeutend mehr verdient selbst ohne Inflations/Preisbereinigung! Polnische Geringverdiener sind wohl ähnlicher Meinung. Die Öffnung der deutschen Grenzen für osteuropäische Leiharbeiter hat laut der Zeitarbeitsfirma Manpower keine Wirkung gezeigt. Deutschland ist nicht attraktiv für Geringverdiener aus Polen da sie zuhause ähnlich verdienen, aber deutlich niedrigere Lebenshaltungskosten haben. Wie es scheint waren die Befürchtungen der Öffnung unberechtigt da die Löhne im Niedriglohnbereich schon so weit unten sind das keiner herkommen mag. Wie lange noch bis deutsche Niedriglöhner nach Polen gehen?

Dank der Niedriglöhne schrumpft die Mittelschicht immer mehr, sie ist der wahre Leistungsträger und wird am meisten geschröpft- die Unterschicht ist zu arm und die Oberschicht wird immer mehr entlastet also bleibt nur die Mitte. Etliche Statistiker sehen die Mitte schwinden. „Von 1999 bis 2009 verzeichnet die Mitte einen Rückgang von 4,6 Millionen Menschen“, sagt DIW-Forscher Grabka. Wo ist sie hin? Reicher wurden nur wenige. Zwar ist der Anteil der Wohlhabenden in den vergangenen Jahren leicht angestiegen, aber der Großteil der Mitte ist abgerutscht. „Die Zahl der Geringverdiener hat in den vergangenen zehn Jahren deutlich zugenommen“, sagt Grabka. Zählten 2000 noch 18 Prozent dazu, sind es 2009 bereits 22 Prozent".

Die Steuern und Abgaben sind besonders ungerecht zu Lasten der Geringverdiener verteilt wie eine Länderstudie der OECD, die in Paris veröffentlicht wurde, zeigt: Demnach müssen Geringverdiener in Deutschland mehr Steuern und Abgaben schultern als in den meisten anderen Industrieländern.
Ausserdem zwackt der Staat bei einem alleinstehenden Geringverdiener derzeit 47,3 Prozent des Einkommens für Steuern und Sozialabgaben ab.
Ein Single mit 63.000 Euro Jahreseinkommen in Deutschland hat die höchsten Abzüge mit 53,7 %.
Ein Single mit 110.000 Euro Jahreseinkommen hingegen zahlt "nur" noch 50 Prozent für Steuern und Sozialabgaben.
Und der Wert sinkt noch weiter mit steigendem Einkommen. Laut DIW(2008) bezahlten die 450 Spitzenverdiener in Deutschland mit einem Jahreseinkommen von durchschnittlich acht Millionen Euro nur 34 Prozent Einkommenssteuer dank entsprechend vorhander Vergünstigungen/Schlupflöcher.

Noch schlechter schaut das ganze aus, wenn man bedenkt das das oberste Zehntel der Steuerpflichtigen mit Einkünften ab 70.150 Euro zwar einen kumulierten Anteil von 54,4 Prozent an der Einkommensteuer trägt aber alle Einkommenspflichtigen zusammen unter 30 Prozent der gesamten kassenmäßigen Steuereinnahmen des Staates erbringen. (genaueres zu finden unter: http://www.nachdenkseiten.de/?p=6433)
Laut DIW macht die Einkommenssteuer nur 34 Prozent der staatlichen Steuereinnahmen aus. Die indirekten Steuern wie z.B. Mehrwertsteuer füllen den Rest was natürlich die unteren und mittleren Einkommen besonders belastet. Der Anteil mittlerer und niederer Einkommen am gesamten Steueraufkommen liegt bei 70 Prozent Man erinnere sich das 10% fast 2/3 des Gesammtvermögens besitzen. Dementsprechend rückt man immer mehr ab vom ursprünglichen Prinzip das die Starken die Schwachen tragen nun tragen eher die Schwachen die Starken, Rückschritte über Rückschritte.

Auswirkungen Niedriglohn: Insolvenz und Krankheit:

Trotz des wirtschaftlichen Aufschwungs mussten 2010 mehr Privatpersonen Insolvenz anmelden als im Vorjahr. Ihre Zahl stieg hierzulande um 7,6 Prozent auf fast 140.000 Personen. Das sind 19.000 mehr als 2009. In ganz Westeuropa stieg die Zahl der Privatinsolvenzen um 5,2 Prozent. "Wir beobachten seit 2005 einen permanenten Anstieg der Privatinsolvenzen“, sagt Helmut Rödl, Vorstandsvorsitzender des Inkassounternehmens Creditreform, das diese Zahlen zusammengetragen hat.
Hierzulande haben wir eine große Zahl von Menschen mit Niedriglohn, sagt Rödl. Sie sind zwar in Arbeit, werden aber nur gering entlohnt. Für 2011 erwartet er eine ähnliche hohe Zahl von Privatpleiten.

Menschen mit niedrigen Einkommen sind häufiger krank und sterben früher. Dieser Zusammenhang von Gesundheitszustand und Einkommensniveau wird regelmäßig in wissenschaftlichen Studien belegt. Erst jüngst dokumentierte das Max-Planck-Institut den Einfluss des Einkommens auf die Gesundheit älterer Menschen anhand der Lebenserwartung von Rentenberechtigten. Laut Studie sinkt und steigt die Lebenserwartung in Abhängigkeit vom Einkommen der Erwerbstätigen. Demzufolge kann sich die Lebenserwartung von 65-Jährigen einkommensbedingt um bis zu zehn Jahre unterscheiden. Anders ausgedrückt: Wer weniger verdient, stirbt früher und entlastet so die Rentenkassen.
Geringverdiener gehen seltener zum Arzt und melden sich seltener krank aus Angst um den Job was im Endeffekt den Krankenkassen wegen der Langzeitfolgen mehr kostet.
Stress und hohe Belastung am Arbeitsplatz führen zu immer mehr psychisch bedingter Krankschreibungen. In den vergangenen zehn Jahren sei die Anzahl psychisch bedingter Krankschreibungen bundesweit um fast 40 Prozent gestiegen, teilt die Techniker Krankenkasse (TK) in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit, in dem erstmals Daten aus einem Jahrzehnt berücksichtigt wurden. Als Stress-Gründe nannte er vor allem die Zunahme befristeter Jobs sowie die Beschleunigung und Hektik durch massenweise E-Mails und die ständige Erreichbarkeit über Handy. Obgleich er es nicht nennt müsste sicherlich auch Mobbing auf die Liste welches immer mehr aus Angst um den Arbeitsplatz zunimmt; Schwache hacken auf noch Schwächere ein, das liegt wohl in der menschlichen Natur.
Psychopharmaka wurden 2009 deutlich häufiger verschrieben als noch vor zehn Jahren. Bei Frauen hat sich die Einnahme von Antidepressiva verdoppelt, bei Männern liegt der Zuwachs sogar bei fast 120 Prozent. Auch Herz-Kreislauf-Präparate werden heute mehr als doppelt so häufig verschrieben erklärte der Vorsitzende des TK-Vorstandes, Norbert Klusen.
Auch die wachsende Anzahl der Überstunden trägt dazu bei: Nach einem Bericht sind ganze 1,25 Milliarden bezahlte Stunden 2010 angefallen. Das wäre ein Plus von 15 Prozent zum Krisenjahr 2009(2009 hatte das Tochterinstitut der Bundesagentur für Arbeit - das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) - eine Überstunden-Zahl von 1,09 Milliarden registriert). Nach Einschätzung verschiedener Arbeitsmarkt-Experten liegt die Zahl der unbezahlten Überstunden ähnlich hoch wie die der bezahlten Stunden, so dass insgesamt von einer Größenordnung von 2,5 Milliarden Stunden auszugehen sei.
Zuviel Arbeit belastet und verursacht Krankenkassenkosten- wäre es zur Senkung der Arbeitslosigkeit nicht logischer, Überstunden zu senken, Wochenarbeitszeit zu senken und stattdessen Leute einzustellen ? Stattdessen werden immer mehr Stellen wegrationalisiert und die verbliebenen müssen die Arbeit der entlassenenen Kollegen miterledigen, ist ja billiger für die Firma.
Mehr zum Thema: Arbeit macht krank kann hier nachgelesen werden.

Definition Niedriglohn:

Nach einer Definition des OECD ist der-/diejenige Empfänger/in eines Niedriglohnes, der/die einen Bruttolohn unterhalb von zwei Dritteln des nationalen Durchschnittsbruttolohns aller Vollzeitbeschäftigten erhält.

Deshalb bedeuted Niedriglohn nicht in allen Ländern automatisch Armut- in Deutschland aber immer öfter sofern man nicht die extreme Armut mancher Dritte Welt Länder als Armutsdefinition heranzieht, schlimmer geht schliesslich immer; noch ist hungern zum Glück eher die Ausnahme dank Einrichtungen wie der Tafel.

Allein die drastische Zunahme der Suppenküchen, ursprünglich für Obdachlose doch nun immer öfter Alltag für Harz IVer und Niedriglöhner zeigt, wie ernst es wird, das die Armen eben nicht nur weniger reich sind als andere sondern das viele weit, weit vom durch Spitzenverdiener künstlich erhöhten Durchschnittlohn entfernt sind und echte Not leiden- so manche Suppenküche stösst inzwischen schon ans Limit, nicht genug ist für alle da.
Auch werden die sogenannten Obdachlosensprechstunden immer öfter von "Unterschichtlern" aufgesucht, die sich den normalen Arztbesuch nicht mehr leisten können- s. Artikel der Süddeutschen:( http://www.sueddeutsche.de/K5H388/81025/Arztbesuch-ist-fuer-immer-mehr-Menschen-zu-teuer) Wenn Einrichtungen, die ursprünglich für die ärmsten der Armen erschaffen wurden immer öfter von normalen Bürgern genutzt werden sollte dies ein ernsthaftes Warnsignal sein das da etwas nicht stimmt an unserer aktuellen gesellschaftlichen Entwicklung.
Hatte Deutschland einst das beste Sozialsystem der Welt wird nun selbiges leider immer mehr aus Profitgründen und neoliberaler Kurzsichtigkeit abgebaut.

Gerne vergleicht auch so mancher deutsche Zustände zwecks Relativierung mit extremen Armen wie zB in Afrika was aber nicht wirklich legitim ist, zählt doch primär der Reichtum des Landes und die dadurch gegebenen Möglichkeiten. Psychisch gesehen ist es um einiges einfacher als Armer unter Armen zu leben als als Armer unter Reichen denn es ist meist angenehmer als Gleicher unter seinesgleichen anstatt ganz unten zu sein denn der Mensch vergleicht sich gerne primär mit seinen direkten Umfeld und zieht daraus einen Grossteil seiner Zufriedenheit/seines Selbstbildnisses.
Auch ist steigende Ungleichheit zwischen reichen und armen Haushalten schlecht für die Entwicklung der Konjunktur wie eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) nun aufzeigt. In den vergangenen Jahren hätten einkommensstarke Haushalte ihre Einnahmen überdurchschnittlich gesteigert, teilte das Berliner Institut am Mittwoch mit. Grund sei der Anstieg der Einkünfte aus Unternehmertätigkeit und Vermögen in den letzten Konjunkturphasen. Diese Haushalte konsumierten aber vergleichsweise wenig. Die Entwicklung der Einkommensstruktur des letzten Jahrzehnts ist nicht nur verteilungspolitisch, sondern auch makroökonomisch problematisch, sagte der neue DIW-Vorstandsvorsitzende Gert Wagner. Die Löhne sind in Deutschland in den vergangenen Jahren kaum gestiegen, ebenso wenig die Sozialtransfers des Staates, die Unternehmensgewinne und Vermögen dagegen schon.
Deutschland lebt unter seinen Verhältnissen dank Lohndumping und Niedriglohnsektor was nicht nur schlecht für die Deutschen ist sondern auch für die EU die so keine Chance im Wettbewerb mit dem deutschen Exportweltmeister hat was selbige destabilisiert, die Schulden vieler Länder erhöht.


Indiz Kinderarmut:

Deutschland ist laut Unicef inzwischen auf Platz 8 bei der Kinderarmut in den 21 reichsten Indusrienationen; was könnte besser die Missstände aufzeigen?
Immerhin gehört Deutschland zu den reichsten der Welt, oft in der Top ten genannt, Platz 10 laut HDI(s. Wiki) für 2010; da wäre logischerweise eher ein unterer Rang bei der Kinderarmut zu erwarten. Kinder sind unsere Zukunft, wo soll das enden? Wäre ich zynischer veranlagt würde ich annehmen das da bewusst neues Billiglohnsektor humancapital gezüchtet wird denn diese Kinder sind sicherlich die Verlierer in Sachen Bildung und Zukunft.

Spitzensteuersatz:

Der Spitzensteuersatz wird heute schon beim 1,6 fachen des Durchschnittseinkommens fällig da er kontinuierlich erniedrigt wurde was besonders die Mittelschicht- welche ja bekanntermassen unser Rückgrat ist- belastet: Hätten wir das Steuerrecht von 1958, müssten nur 25.000 Leute - 32x weniger - den Spitzensteuersatz zahlen, der erst beim 20 fachen des Durchschnittseinkommens fällig wurde - damals haben ihn wirklich nur Spitzenverdiener gezahlt. Es wäre dringend nötig, den Steuersatz zu erniedrigen aber zusätzlich neue, höhere Stufen einzuführen.

Die Idee hinter der bewusst gewollten Entwicklung:


Hinter all dem steht hauptsächlich das aus dem Tierreich entlehnte Pyramidensystem:
Der Nachwuchs dort ist- von genetischen Vor/Nachteilen abgesehen- gleichberechtigt, egal ob Nachwuchs vom Alpha oder Omega. Sie kämpfen sich nach oben und verbessern dadurch ihre Fähigkeiten. Der Alpha wird irgendwann älter und besiegt, durch einen besseren ersetzt, die Herde verbessert sich kontinuierlich. Die Macht ist dort nicht konservativ, sondern wechselt stetig da immer wieder die Pyramidenbasis nach oben wandert was die Pyramidenspitze dank Alterung nicht aufhalten kann. Dort ein gutes System zur Maximierung der Fähigkeitenentwicklung.
In der menschlichen Kultur schaut das anders aus: Man schafft künstlich eine möglichst breite Basis "Bedürftiger" die sich nach oben strampeln müssen, macht es ihnen so unbequem wie möglich zwecks Dynamikmaximierung denn je mehr sie sich mühen desto besser für die Wirtschaft. Die Mehrheit also strampelt sich ab, um nach oben zu kommen aber da beginnt das Problem. Natürlich ist oben immer weniger Platz, also profitieren die Oberen am meisten von dieser Dynamik. Auch lassen sich die Oberen nicht verdrängen wie im Tierreich da menschliche Macht schon lange nicht mehr auf körperlicher Stärke basiert. Geld schwächelt nicht, es wird immer stärker je älter es wird dank Zins. Es kann vererbt werden so das meist nicht die Besten die oberen Plätze einnehmen sondern die Erben oder Freunde. Geburt oder Netzwerk ist das wichtigste. Dadurch verschlechtert sich die Gesellschaft insgesamt, ganz wie früher als der Adel herrschte.
Natürlich schaffen es ab und zu die Fleissigen und Talentierten nach oben, aber das sind Minderheiten, die meisten bleiben auf der Strecke, von Jahr zu Jahr immer mehr. Die Pyramide ändert ihre Form in Deutschland, die Basis wird immer fetter während die Spitze immer schmaler zuläuft. Noch funktioniert das Pyramidensystem da die meisten glauben gute Chancen zu haben und noch nicht sehen, das das ganze immer mehr einer Abart der Reise nach Jerusalem ähnelt, bei der einige Priveligierte schon vor Musikende sitzen dürfen. Da jedoch die Oberen aus Gier den Druck unten immer mehr erhöhen um den eigenen Wohlstand zu verbessern funktioniert das ganze immer schlechter, Krankheiten und Frust nehmen immer mehr zu genauso wie Aggression und Gewalt; Resignation ergreift viele, wenn sie erkennen, wie wenig Chancen sie wirklich haben also strengen sie sich kaum noch an, leben lieber auf Kredit oder von Sozialgeldern. Aus Zuckerbrot und Peitsche wurde fast nur noch Peitsche. Bald werden Produktivität wie auch Fähigkeitenmaximierung beginnen zu sinken denn zu hoher Druck spornt nicht an sondern lähmt.
Es wird dringend Zeit, wieder Druck herauszunehmen und echte Chancen zu bieten. Geburt wie auch Netzwerk darf keine unfairen Vorteile geben.
Auch der Pyramidenbasis muss wieder ein menschenwürdiges Leben ermöglicht werden, etwas was seid Harz IV immer seltener wird dank steigendem Druck. Schliesslich wird diese Basis für immer mehr Menschen ein Dauerzustand dank steigender Technisierung und einhergehenden Arbeitsplatzabbau. Laut einer Studie die DBG und der Kirchliche Dienst in Auftrag gegeben hatten, und in der die Hans Böckler Stiftung Zahlen auswertete und Bezieher von Hartz IV-Leistungen zu ihren Lebensbedingungen und Gefühlen befragte, ist Hartz IV menschenunwürdig. Das Grundrecht auf ein würdiges Leben, so der Grundtenor bleibt den Menschen mit Bedarf an Hartz IV weitgehend verwehrt. Nicht nur aus subjektiver Sicht sehen sich neun von zehn Verbraucher mit Anspruch auf die Sozialleistung in einer Situation, in der sie kaum am sozialen gesellschaftlichen Leben teilnehmen können. Die Studie bestätigt diese Emotionen. Nicht einmal der seltene Besuch einer Kneipe sei den meisten Hartz IV-lern möglich. Mehr als 60 % der Empfänger fühlen sich gesellschaftlich an den Rand gedrängt, Isolation setzt zunehmend ein. Erschwert wird die ohnehin schwierige Lage laut Erhebung durch unangemessene finanzielle Rahmen für Wohnkosten und Leistungen allgemein, mit denen die Sachbearbeiter vor Ort die Bezüge ermitteln können- z.B ist die Diskrepanz zwischen Lebensmittelpreisen vor Ort und in Hartz IV vorrausgesetzten meist gross. Mit dem wirklich Bedarf im Sinne eines Existenzminimums, so die Studie, haben die Regelsätze bei Hartz IV schon lange nichts mehr zu tun. Wenn sie es überhaupt jemals hatten. Für die heutigen Bezieher der Sozialleistungen ist dies sicher kein Trost.
Auch sollte man nicht die mediale Stimmungsmache gegen Harz IV'er vergessen, oft genug trat der fauler H4'er in Talkshows auf und diskreditierte so die Masse unschuldig in Not geratener. Durch solche Propaganda glauben viele, das das alles Arbeitsunwillige sind die gut davon leben, zwar ist beides unwahr aber es hängt trotzdem nach.
Nur Quotenmache oder ein bewusster Plan um Harz IV niedrig halten zu können?
- niedriges Harz IV ermöglicht schliesslich auch niedrige Löhne..

Am besten wäre es die Pyramide ganz abzuschaffen; der moderne Mensch sollte sowas nicht nötig haben um sich zu entfalten denn die Pyramide reduziert den Menschen auf blosses Machtstreben, dem Weg zum Alpha oder zumindest sich möglichst weit vom Omegastatus zu entfernen.


Fazit:


Deutschland hat grosses Potential wenn man Volksvermögen und Wirtschaftskraft betrachtet, nutzt aber wenig zum Wohle der Mehrheit; Deutschland lebt unter seinen Verhältnissen was genauso schädlich ist wie darüber zu leben. Wir sind weit hinter unseren Möglichkeiten und entfernen uns von selbigen mehr von Jahr zu Jahr, getrieben von neoliberaler Kurzsichtigkeit.
Reformen sind dringend nötig, zB. vernünftige Mindestlöhne, neue Steuerstufen nach dem Spitzensteuersatz(Lag selbiger 1958 noch bei 53% und setzte bei 56000 Euro ein liegt er nun bei 42 % und setzt bei 52000 Euro ein, eine kontinuierliche Reichenentlastung zu ungunsten der Mittelschicht)- welcher dann wie auch die darunter liegenden Steuersätze sinken sollte um die Mittelschicht zu entlasten und natürlich eine drastische Erhöhung der Kapitalertragsteuer- mit einem sinnvollem Freibetrag zur Entlastung der 'Kleinsparer'. Sie muss bedeutend höher sein als die Lohnsteuer wird hier doch schädliches Luftgeld produziert. Warum eigentlich wird leistungsloses Luftgeld weniger besteuert als harte Arbeit ?
Abschaffung des Steuerstufensystems und stattdessen Einführung eines Kurvensystems, zB. eine gestauchte Parabel zwecks Entlastung Gering-Normalverdiener und stärkerer Belastung von echten Spitzenverdienern wäre anzuraten. Stufensysteme sind zu ungerecht für "Grenzwertige" die manchmal dank Gehalterhöhung aufeinmal weniger verdienen. Das könnte so aussehen: Eine einheitliche Steuersatzformel ohne Ausnahmen für alles,es gibt nur ein Gesamteinkommen egal ob Gehalt, Zinseinnahmen, ect. : % = Wurzel vom Einkommen dividiert durch 10; der Freibetrag sollte so um 10000-12000 Euro liegen. Ab 90 % ist dann ein Endpunkt zu setzen(Wäre so ab 800000 Euro erreicht). Dadurch würde nicht nur die Umverteilung nach oben gestoppt sondern sogar umgekehrt; die Steuereinnahmen würden stark steigen.
Die Formel ist nur ein Beispiel, da könnte man sicherlich noch weichere, weniger steile Funktionen entwickeln.
Als kleinen Beginn könnte man auch unser aktuelles Steuersystem leicht dergestalt modifizieren(Wie gehabt immer den Freibetrag vom Einkommen abziehen, Formeln bleiben): Grundfreibetrag bis 10000, dann Zone 2 (10000-15000), Zone 3 (15000-50000), Zone 4 50000-250000(50%), Zone 5(60%) bis 1000000, Zone 6 >1000000 mit 80%. Auch hier gelten Gesamteinkünfte.

Das so hohe Spitzensteuersätze auch ohne Kapitalflucht machbar sind haben die Usa gezeigt,bis 1964 lag er über 90%. Heutzutage liegt er bei 35%, einer der niedrigsten weltweit was die USA zum Weltmeister in Staatsverschuldung machte. Auch uns blüht so ein Schicksal ohne Spitzensteuererhöhung.

Dank steigender Technisierung wird immer mehr Arbeit wegrationalisiert werden bzw. der Produktivitätszuwachs wächst immer stärker wie das Wachstum welches per se begrenzt ist. Was mag wohl geschehen wenn die heutigen Harz IVer sich verdoppeln, verdreifachen, ect? Aufgrund des ständigen Produktivitätszuwaches- weniger Menschen können mehr Rentner finanzieren- sind auch die Szenarien absurd, die höhere Renten fordern da selbige nur die heutige Produktivität in Relation zur Vergreisung hochrechnen bzw bei den Zeiträumen der "Studien" von 20,30 40 Jahren muss es wohl eher erraten heissen.

Ich möchte am Ende noch zwei Zitate bringen, welche ich bei Newskommentaren fand, die einiges auf den Punkt bringen wie ich finde:

" Demokratie und Zinsen ? Solange bei jeder Arbeitsleistung und jedem Handel leistungslos Geld an Kapital- und Bodenbesitzer fließt, solange besteht keine Chancengleichheit und Gerechtigkeit auf dieser Welt. Unser Finanzsystem lässt mir nur die Wahl: Entweder ich schaffe es, auf Kosten anderer zu leben oder ich muss zusehen, wie andere auf meine Kosten leben! Und das Mittel, diese Ungerechtigkeit durchzusetzen, nennt man Zins. Anstatt Kapitalgebern mit Zinszahlungen zu locken, ihr Kapital der Wirtschaft zur Verfügung zu stellen, sollte auf Bargeld eine Gebühr erhoben werden, die nicht bezahlt werden muss, wenn es langfristig anlegt wird..."
In der Tat sind Zinsen und Co das Hauptproblem, profitieren davon doch nur die Reicheren unter uns da selbige ja von irgendwem erarbeitet werden müssen; die Mehrheit verdient daran nichts oder hat sogar ein Minusspiel.

Und hier das zweite:
"Ich staune, wieviele Kommentatoren im Grunde sehr einfache gesamtgesellschaftliche Zusammenhänge nicht begreifen. Keine Leistungen für junge gesunde Menschen, weil diese angeblich nur nicht arbeiten wollen??? Den Menschen in unserem immer noch privilegierten Industrieland ging es nie so gut wie heute, nie war der Reichtum in unserer Gesellschaft größer. Wir können auf hohem Niveau mit immer weniger menschlicher Arbeitskraft produzieren - das ist seit Jahrzehnten klar und ein Segen, weil die Technik Menschen von Arbeit befreit. Aber die inhumane, egoistische, ja perverse (!) Ideologie, wonach sich der Wert eines Menschen nach seiner Leistung bemisst - worunter man v.a. gut bezahlte Arbeit versteht, sogar wenn sie volkswirtschaftlich bei genauerem Hinsehen schadet - ist nicht aus den Köpfen derer zu kriegen, die nicht begreifen, daß sich unter veränderten Bedingungen als falsch erweisen kann, was einst richtig erschienen sein mag. Die Folgen des Denkens in veralteten Kategorien sind verheerend. Es ist sinnlos, Arbeitsplätze zu erhalten, wenn diese überflüssig werden - und es kann nicht nur den Wenigen ein menschenwürdiges Leben zugestanden werden, die in Zukunft noch das "Privileg" haben, Arbeiten zu dürfen. Wenn eines Tages die sich selbst reparierende Supermaschine erfunden wäre, die alles Benötigte produziert und nur noch von einer Person zu bedienen ist - soll dann diese Person allein ALLES bekommen? Wir brauchen Teilhabekonzepte, keinen neuen Faschismus!"

Stoff zum nachdenken.

Vielleicht sollte man in Zukunft Beruf wieder wörtlich nehmen, eine Berufung, nicht nur ein Werkzeug zum überleben was das Konzept einer Grundsicherung für alle ermöglichen wird, die zwingend irgendwann kommen muss, ansonsten wird das System kollabieren wenn die Arbeitslosenanzahl in nicht allzuferner Zukunft kritische Schwellenwerte überschreitet. Man kann nicht Gegebenheiten in Systeme quetschen, man muss Systeme anhand der Gegebenheiten entwickeln!

Zu guterletzt noch eine kleine persönliche Erfahrung die zeigt, wohin dieses Land möglicherweise unterwegs ist:
Einer Universitätsklinik an der ich sporadisch jobbte waren wohl die bis dato fairen Löhne zu hoch, also gründete sie kurzherhand eine Zeitarbeitsfirma und umging so die normalen Tarife.
Das Ergebniss war(Im meinem Bereich, den Rest kenne ich nicht) eine knapp 30% Basislohnkürzung und dazu noch massive Zulagenkürzungen. Dank niedrigster Lohnsteigerungen dürfte das inzwischen eine fast 50% Kürzung sein.. Da sie auch Personal abbauten stieg die Belastung der verbliebenen bis hin zu dem Punkt wo auch schon mal 16 Std Schichten zu schieben waren mangels Personal.
Wie wurde so schön beider Gründung jener Firma bekanntgegeben:"Durch die Verbesserung von Abläufen und Reorganisation konnte bei gleichzeitiger Kostensenkung die Qualität gesteigert werden"
Zumindest im meinen Bereich änderte sich weder etwas an der Qualität noch verbesserten sich Abläufe, im Gegenteil. Und was ich so von den anderen mitbekam legt nahe, das auch dort alles blieb wie gehabt ausser Erhöhung des Stresspotentials durch Personalabbbau, Umwandlung von Vollzeit in niedriger bezahlte Teilzeit und drastischen Gehaltskürzungen welche über die Jahre jener Klinik sicherlich Millionen einsparte, auf Kosten seiner Mitarbeiter.
Sicherlich kein Einzelfall, mehr Belastung für weniger Geld ist aktuell fast überall das Motto, Leistung lohnt sich primär für die Arbeitgeber; im Grunde sind zu niedrige Löhne Diebstahl an den Arbeitnehmern da sie die meiste Arbeit machen, ohne sie es gar keinen Gewinn gäbe und sie im Gegensatz zur Chefetage vollkommen unersetzlich sind.
Aber solange es so viele Arbeitslose gibt und Mindestlöhne verhindert werden sieht es sehr düster aus; die Löhne fallen immer weiter je höher die Arbeitslosigkeit steigt und sie steigt beständig wenn man die Definitionstricks der Regierung rausrechnet. Dank der Harz IV Drohung lassen sich auch immer mehr in den Niedriglohnsektor pressen und da das so gut im Geringqualifiziertenbereich geklappt hat versucht man selbiges nun auch im Fachkräftebereich durch Import von Niedriglohnwilligen um den Druck auf die deutschen Fachkräfte zu erhöhen, die Löhne auch dort auf ein wirtschaftsfreundlicheres Niveau zu korrigieren.





Die Daten und Grafiken sind alle aus den Jahren 2008-2010.
Da ich mich bei einigen Seiten ein wenig bediente möchte ich sie hier nennen:
Nachdenkseiten
Agenda 21
Deutschlanddebatte

Die Uhren wurden von mir mit Hilfe des Basisscripts von
www.miprox.de/Schuldenuhr.html
programmiert, was mir so einige Arbeit ersparte. Danke;)
Sollte ich irgendwelche copyrights mit Text oder Bild verletzt haben bitte ich um Benachrichtigung um es zu korrigieren.